EgWappenNeu Unbekannte Zahlen und Buchstaben
Flüchtlinge in Egweil lernen mit Unterstützung des Helferkreises Deutsch
Donnerstag, 31. März 2016
Bericht und Foto: Hans-Peter Gabler

 

Insgesamt 14 Asylbewerber haben seit einigen Wochen eine vorläufige Unterkunft in Egweil gefunden: sieben Erwachsene und sieben Kinder. Sie sind bisher lediglich registriert; über ihren weiteren Verbleib wird wahrscheinlich erst in einigen Wochen oder Monaten entschieden.

Gemeinderatssitzung 201602
Deutschstunde im Gemeindezentrum: Elisabeth Schamberger (rechts) ist eine der Personen, die den Deutschunterricht mitgestaltet.

In Egweil leben in einem Haus vier Familien. Laura kommt mit ihrem Sohn aus Armenien. Die Familie Mahoi ist mit ihren beiden Kindern aus Sierra Leone geflohen. Beide Familien haben relativ bequem das Flugzeug genommen und waren drei Tage unterwegs.

Anders sieht es mit dem Ehepaar Heydari aus. Es kommt aus Afghanistan. Rund vier Monate waren die beiden unterwegs. Zu Fuß durch Pakistan und Iran bis in die Türkei, dann mit dem Schiff nach Griechenland und von da aus auf der Balkanroute mit Bus und Bahn nach Deutschland. Für die schwangere Azra eine zusätzliche schwierige Herausforderung. Sie erwartet in einigen Wochen das erste Kind. Auch die Familie Azizi kommt mit ihren vier Kindern aus Afghanistan und hat so ziemlich dieselbe Odyssee wie Familie Heydori hinter sich. Ein großer lokaler Helferkreis mit rund 29 Personen kümmert sich mit der Caritas um eine schnelle und bestmögliche Integration, die mit dem Erlernen der deutschen Sprache schon begonnen hat. Mehrere Tage in der Woche büffeln die Asylbewerber im Gemeindezentrum Deutsch unter Anleitung verschiedener Personen aus dem Helferkreis, der auch schon spürbare Erfolge zeigt. Gemeinsam schreiben und lesen sie die für sie bisher unbekannten Buchstaben und definieren Zahlen und Geburtstage.

Ein zusätzliches Problem haben die Familien aus Afghanistan, die bisher nach dem persischen Kalender gelebt haben. Das ist ein Sonnenkalender, in dem das Jahr am 21. März beginnt. Die Kinder gehen bereits hier zur Schule oder suchen einen Kindergartenplatz. Alle würden gerne in Egweil bleiben und möchten schnellstmöglich arbeiten. Die Flüchtlinge sind zwischen 23 und 52 Jahre alt und kommen etwa aus der IT-Branche, sind Schuhmacher oder Schneiderin.

Sie haben auch schon erkannt, dass die Anbindung an Egweil mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gerade ideal sind, aber bisher seien sie hier sehr großer Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft begegnet. Der Helferkreis hat Arbeitskreise gebildet, in denen jeder nach seinen Möglichkeiten aktiv sein kann. Momentan sind neben den Deutschkursen gerade Fahrten zu Arztbesuchen oder Einkäufen die Hauptaufgaben. Die Familien erledigen aber den Einkauf auch oft zu Fuß in Nassenfels.

Am 5. April trifft sich der Helferkreis um 19 Uhr im Gemeindezentrum. Weitere Interessenten sind willkommen.

   
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