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24. Mai 2019
Bericht und Foto: Hans-Peter Gabler

Bindeglied zwischen Jägern und Kunden
„Wüdsach Egweil” eröffnet - Projekt wurde mit Leader-Förderung realisiert

 

Mit kirchlichem Segen durch Pfarrer Slawomir Gluchowski wurde das Projekt „Wüdsach Egweil” eröffnet und eingeweiht: Thomas Dittrich, selbst Jäger, hat auf seinem Grundstück eine Wildkammer errichtet und bietet abgepacktes regionales Wildfleisch portionsweise zum Verkauf an.

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Pfarrer Slawomir Gluchowski segnet die Wildkammer von Thomas Dittrich (links) in Egweil im Beisein von LAG-Vorsitzendem Andreas Birzer und LAG-Managerin Lena Deffner.

Er beschäftigte sich mit dieser Vermarktungsidee schon seit 2015. Nach vielen Hürden konnte nun das in der Region einmalige Projekt nach nur einem halben Jahr Bauzeit seiner Bestimmung zugeführt werden. Es ist auf seine eigene Art einmalig, da es in ein Leader-Förderprogramm aufgenommen wurde. LAG-Managerin Lena Deffner betonte bei der Eröffnung, dass es sich dabei um das erste Projekt handelt, das die Leader-Förderung auf eine Privatperson ansetzt. „Es waren schon einige Hürden und behördliche Auflagen zu meistern, aber mit gemeinsamem Einsatz konnte das Projekt nun erfolgreich abgeschlossen werden”, resümierte Deffner. Dittrich bedankte sich bei ihr mit einem Präsent, da sie besonders mit vielen kleinen und großen Herausforderungen belastet war.

Dazu erläuterte Agnes Stiglmaier vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), dass ein Leader-Förderprogramm nicht nur Kommunen zustehe, aber die Idee zu den Zielen der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) passen müsse. Die Wildkammer steigere nach Ansicht des Amtes die Attraktivität der Region durch Vernetzung und Angebote im Bereich Kultur, Natur, Tourismus und Erholung. Gleichzeitig erhöhe sie die regionale Wertschätzung und Wertschöpfung. Sie stärke zudem die Zusammenarbeit mit regionalen Metzgereien und Gaststätten und auch einen bewussten Konsum von regionalen Lebensmitteln. Daher sei eine Förderung zulässig gewesen. „Fördergelder werden aber immer von unseren Steuergeldern finanziert, deshalb müssen auch manche bürokratischen Hürden überwunden werden”, betonte Stiglmaier.

Grußworte sprach die Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel. „Das Wild ist Teil unserer Lebensgemeinschaft und gehört zum Ökosystem. Die Jägerschaft ist deshalb mit einer besonderen Verantwortung für die Natur ausgestattet. Nichtsdestotrotz verstehen wir die Jagd als eine legitime, ökologisch sinnvolle und notwendige Nutzung der Natur”, so Schorer-Dremel. Ihr Credo: Jagd sei gelebter Naturschutz. Mit der „Wüdsach” ist Dittrich ein Bindeglied zwischen Jäger und Kunden. Er hat dabei auch eine Marktlücke für nachhaltige Wildvermarktung zwischen Altmühl und Donau entdeckt, die bereits jetzt von Jägern und Kunden gut angenommen wird. Er will damit auch Beispielgeber für Nachahmer in anderen Regionen sein.

   
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