EgWappenNeu

29. Juni 2019
Bericht und Foto: Hans-Peter Gabler

„A sauguade Vorstellung”
Wirtshauskabarett Bauernseufzer” zu Gast im Pfarrhof Egweil vor rund 250 Zuschauern

 

In feinstem klangvollen Oberpfälzisch, dem „schäinsten” Dialekt und der Königsdisziplin in Oberbayern, unterhielt das Wirtshauskabarett „Bauernseufzer” die rund 250 Besucher im Pfarrhof in Egweil.

Wirtshauskabarett Bauernseufzer
Das Wirtshauskabarett „Bauernseufzer” begeisterte im Egweiler Pfarrhof unter freiem Himmel.

Und es war - um im Jargon zu bleiben: "A sauguade Vorstellung". Zum ersten Mal wurde der Garten in einen Kulturtempel unter freiem Himmel verwandelt. Und "Grod schäi is" verkündet das Programm der Truppe, das alles zu bieten hatte, was die Lachmuskeln auch unkultiviert ansprach und zusätzlich Gesangstalent forderte.

Die drei Landkinder um Volkssänger Crissy Simon, Markus Moosburger und Stefan Brock waren ja eigentlich auf Brautschau in die Gemeinde gekommen, aber bei genauer Betrachtung sind sie doch ihrem Talent treu geblieben. Dafür forderten sie das Publikum zum Mitsingen auf, natürlich im Dialekt. Ganz nebenbei suchten sie das Zwiegespräch mit den Besuchern. Sie machten auch gleich klar, dass für ihre Scherze nicht nur die ersten Reihen dran kommen: "Wir kommen überall hin. "

Zuvor flog aber erst einmal einiges an mimischem und hintergründigem Humor über die Köpfe der Besucher. Und sollte es da und dort etwas kahl sein, dann erklärte Crissy nach gründlichem Putzen, dass eine Glatze eigentlich FKK auf höchstem Niveau ist. Heimat des Trios ist die Gemeinde Deining bei Neumarkt. Dem Egweiler Pfarrvikar, Florian Leppert, ist es freundschaftlich verbunden. Er war dort als Kaplan tätig, auf seine Initiative hin kam die Gruppe nach Egweil: Zusammen mit der Egweiler Kirchenverwaltung wurde der Auftritt ermöglicht. "Wir kommen aus einem idyllisches Dorf in der Oberpfalz - einem Prominentenviertel mit Neugierigen. Gott weiß viel, aber die Nachbarin weiß alles", meint Crissy. Und mit Nachbarn könne es schon mal Probleme geben, besonders wenn sie aus der "kulturellen Diaspora" kommen, also von weit weit nördlich. Das Leben mit Nachbarn werde zu einem wahren Wettkampf, wenn das Dampfstrahlfieber einsetze bei Auto, Rasen und Kiesgarten. Oft komme die Rede auf die bekannten fff-Informationen, also "frisch fom friedhof - so manche Witwe kann schon gießen, während andere noch kochen müssen": Hier kämen alle Gerüchte zusammen.

Schnell waren die "Bauernseufzer" also "dahoim" auf ihrem Kanapee, keiner großen Bühne, aber einem hölzernen Gaudi- und Musikterritorium. "Zum Kanapee gehören eine Katze, der Willibaldsbote und eine Fliegenklatsche", sagt Markus in Erinnerung an seine Oma. Stefan nutzte als etwas aufdringlicher Hausierer die Gelegenheit, um mit einer Besucherin seine vielfach ausgezeichneten Klobürsten an den Mann oder Frau zu bringen. Auch zum Thema Ernährung und Abnehmen wussten die Oberpfälzer einiges: "Es rollen die Pfunde, aber bei Frauen sind das große erotische Nutzflächen", meinte Crissy, und von einer Diät werde man schließlich auch nicht satt.

Die Musik der Truppe war bayerisch griabig und das ausgiebige Mitklatschen musste auch nicht angesagt werden. Einzig die Gstanzl mussten ein zweites Mal - in feinem Hochdeutsch - präsentiert werden. Zum Ende wurden alle drei noch etwas melancholisch und forderten die Besucher zu einem besseren Miteinander auf. "Das Leben hat keinen Rückwärtsgang", waren sie sich einig, Zeit für den anderen werde heute noch wichtiger.

Abschließend überreichten die "Bauernseufzer" ihrem Florian Leppert eine Erinnerungstafel - der Pfarrvikar zeigte sich zum Dank als gestandener Witzeerzähler.

   
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