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3. Februar 2026 Bericht und Foto: Hans-Peter Gabler |
So voll war das Sitzungszimmer im Gemeindezentrum in Egweil im Landkreis Eichstätt selten: Im Zentrum der Gemeinderatssitzung stand die Zukunft der Kindertagesstätten in Egweil, dabei gab es auch neue Informationen zum Brand des Waldkindergartens im Januar und zu den weiteren Planungen.
Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) als Träger der beiden Kindertagessstätten Spatzennest und Waldspatzen stellte den Haushalt der beiden Einrichtungen vor. BRK-Kreisgeschäftsführer Michael Gorum und Regina Schneider, BRK-Bereichsleitung Kinder und Jugend, standen für Fragen zur Verfügung.
300.000 Euro Defizit ausgeglichen
Nach der verheerenden Brandkatastrophe beim Waldkindergarten am 9. Januar dieses Jahres laufen aktuell die Planungen für den weiteren Betrieb in der Kinderbetreuung. „Bei der Planung für den Waldkindergarten ist man von ganz anderen Belegungszahlen ausgegangen“, erinnerte Bürgermeister Johannes Schneider. Noch Anfang des Jahres stand ein kräftiges Minus an mit rund 300.000 Euro Defizitausgleich. Eine Größenordnung, die von der Gemeinde nicht zu verantworten gewesen wäre, betonte er. Damit bestand damals bereits Handlungsbedarf für die Verantwortlichen. Die Brandkatastrophe hätte dies jetzt beschleunigt und das sofortige Tätigwerden aller Beteiligten bedingt - mit spürbaren Einschnitten.

den eine örtliche Baufirma zur Verfügung gestellt hat. - Foto: Hans-Peter Gabler
Die Kinder der Waldspatzengruppe sind momentan im Gemeindezentrum untergebracht und werden dort betreut. Die örtliche Baufirma Hirsch hat aktuell am Regelkindergarten am Attenfelder Weg als Übergangslösung einen Container aufgestellt. „Wir wollen auf jeden Fall wieder einen Waldkindergarten aufbauen“, bekräftigte Schneider. Nach der aktuellen Planung soll dort wieder eine Gruppe mit maximaler Belegung von 20 Kindern möglich werden. Allerdings sind sich alle Verantwortlichen einig, dass sich in der Gesamtheit der Kinderbetreuung etwas ändern muss.
Personal wird voraussichtlich halbiert
Deshalb laufen die Planungen ab September nur noch mit einer Kindergruppe im Regelbetrieb und einer Krippe. Für den Regelbetrieb seien maximal 30 Kinder über drei Jahre (Ü3) vorgesehen. Aktuell gebe es 24. Bei der Krippe plane man mit neun Kindern. Grundsätzlich will sich die Gemeinde auf Egweiler Kinder konzentrieren, so Schneider. Bedauerlicherweise sei mit dieser Veränderung ein Personalabbau nötig, stellten alle Verantwortlichen fest. Bisher waren acht Betreuerinnen für zwei Gruppen im Dienst. Dies müsse wahrscheinlich halbiert werden, so Schneider. „Kündigungen werden leider betriebsbedingt nötig“, bedauerte Gorum, aber es sollen Aufhebungsverträge angeboten werden. Für das Personal ist der Träger zuständig. Zusätzlich wolle man nur noch eine Kindergartenleitung festlegen.
Alle diese Maßnahmen hätten in ihrer Gesamtheit zur Folge, dass ein Defizit für die Gemeinde auf rund 180.000 Euro reduziert würde, alle Egweiler Kinder einen entsprechenden Betreuungsplatz erhielten und ein Wunsch nach einem Waldkindergarten erfüllt werden könnte. „Bis September bleibt alles wie es ist“, sagte Schneider. Die Änderungen würden erst zu Beginn des neuen Betreuungsjahres gültig. Eine Beitragserhöhung für die Eltern sei laut Schneider nicht ausgeschlossen, aber dies werde nur in Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat in Betracht gezogen und abgesprochen. Sie wäre aber nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein.
Ermittlungen nach Brand abgeschlossen
Zur Brandkatastrophe informierte Schneider, dass die Kriminalpolizei rund zwei Wochen vor Ort Ermittlungen durchgeführt und diese Ende Januar abgeschlossen habe. Damit ist nun das Gelände wieder freigegeben. Die Umzäunung soll aber noch stehen bleiben bis zum Ende der Aufräumarbeiten. Ein Abschlussbericht liegt noch nicht vor, so Schneider. Die Versicherung hatte ihrerseits Untersuchungen durchgeführt. Sie wird nach eigener Aussage den Schaden bezahlen. Derzeit holt sie Angebote ein für die Räumung des Geländes. Mitte Februar sollten dann die Arbeiten möglich sein, informierte Schneider.


