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2. - 23. Dezember 2018

Sehr geehrte Pfarrfamilie,

wohl keine Zeit im Kirchenjahr ist mit so viel romantischen und beseelten Gefühlen verbunden wie die Advents- oder Vorweihnachtszeit. Die ganze positive Wucht des Brauchtums von Jahrhunderten kommt in dieser Zeit zur Blüte. Kostbarkeiten unseres Glaubens werden gefeiert. Wer ein Fest zu feiern beabsichtigt weiß, dass eine gediegene und voll durchdachte Vorbereitung für das Gelingen des Festes notwendig ist. So ist es auch mit der Vorbereitungszeit auf das Fest der Geburt des Herren. Die Adventszeit ist deshalb VORBEREITUNGSZEIT und nicht das Fest selbst. Die Adventszeit ist eben keine Weihnachtszeit, wie uns Supermarktketten, Einkaufstempel und der ganze Konsumterror vorgaukeln wollen. Die haben ihre klingenden Kassen im Blick und nicht die nahende Ankunft des Erlösers. Adventszeit ist „staade Zeit”! Die Adventszeit steht jedes Jahr unter dem Ruf: Komm Emmanuel, nach dir sehnt sich dein Israel (O-Antiphon am 23. Dezember).
Aber wie kommt der Herr zu mir, zu meiner Familie, in meine Wohnung oder Haus? Wie kommt er in mein Leben und in mein Herz? Wenn Sie wirklich wollen, dass der Herr zu Ihnen kommt und damit Ihr Leben verändern kann, kann man sich während der Adventszeit, die ja auch eine kleine Fastenzeit darstellt, folgende feste unverrückbare Vorsätze nehmen:

  1. Ich suche konsequent Orte und Zeiten der Stille für mich um nachzudenken, was wirklich wichtig ist in meinem Leben und im Leben meiner Familie. Insbesondere der Sonntag und die Feier des Gottesdienstes eignen sich dazu!
  2. Ich bete jeden Tag darum, dass der Herr zu mir kommt, in mein Herz und in mein Leben, und dieses mein Leben durch seine Ankunft verändert, verbessert, bestärkt und kräftigt.
  3. Ich versöhne mich mit Menschen, mit denen ich im Streit liege und ich versöhne mich mit Gott in der hl. Beichte.
  4. Ich sehe die Not in der Welt, der Gemeinde oder in der Pfarrei und versuche ganz konkret zu helfen, sei es durch Spenden oder durch aktives Engagement im Sinne der Nächstenliebe.

Wenn Sie diese vier Schritte während der Adventszeit beschreiten, wird der Herr zu Ihnen kommen, in Ihr Herz, in Ihr Leben und es verändern.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich auf das Wagnis einlassen, diesem hohen Gast Tür und Tor zu öffnen. Es lohnt sich.
Mit den besten Segenswünschen für eine fruchtbringende Adventszeit grüße ich Sie herzlich

Ihr Florian Leppert, Pfarrvikar


   
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