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TSV 100x100 „Raus aus der Krise, rein in die Krise”
Theatergruppe Egweil widmet sich mehreren aktuellen Themen
20. November 2022

 

TSV Egweil - Theater November 2022
Benjamin Reichl (Daniel Koch, l.) freute sich im Theater in Egweil, dass sein Sohn Frederick (Leon Thum) sich gut mit dem Au-Pair Mylène (Maria Spreng, r.) versteht.  -  Foto: Schieber


In Egweil unterhält die Theatergruppe mit einem selbst geschriebenen Stück und widmet sich mehreren aktuellen Themen: Drei Mal wurde in Egweil ein Theater ganz besonderer Art aufgeführt: „Krisen ohne Ende“ hieß das moderne, von Clemens Röder verfasste Bühnenstück, indem eine Zeitungsredaktion durch einen gefälschten Anruf glaubt, der Krieg sei vorbei und dadurch in die Krise stürzt. Aktuellste Inhalte wurden in eine Geschichte mit überraschenden Wendungen und hinreißender Alltagskomik gepackt.

Während der Chefredakteur Maik Hering (Clemens Röder) versucht, den Börsengang zu organisieren, werden die beiden Journalisten Benjamin (Daniel Koch) und Jule Reichl (Lilli Maile) von der Industrielobbyistin Victoria von Grebenstein (Marion Frey) mittels eines Au-Pair-Mädchens (Maria Spreng) ausspioniert. Ausgerechnet ihr hintertriebener, zehnjähriger Sohn Frederick (Leon Thum) rettet die Redaktion vor dem Fiasko – nicht ohne ordentlich abzusahnen -, während Tim Jahnke (Justin Veit), die rechte Hand des Chefs, mit der neuen Mitarbeiterin Sandra Bender (Bettina Heinrich) anbandelt und die Personalchefin Heike Schüssler (Andrea Wagner) in den Wahnsinn treibt. Die einzige wirklich integre Person bleibt der Autist Simon Deuser (Martin Weise), der mit seinen Ticks das Publikum bestens unterhalten hat. Die Emanzipation, die kulturelle Aneignung und der Generationenkonflikt sind die eingeflochtenen Themen neben dem eigentlichen Hauptthema: das Wort, das die Macht hat, aus der Krise herauszuführen oder eben in die Krise zu stürzen.

Vor der Haupthandlung wurde in urwitziger Weise die Corona-Zeit noch aus der Perspektive von Hund (Justin Veit) und Katze (Andrea Wagner) verarbeitet. Mit zwei ebenfalls selbstgeschrieben Liedern aus der Feder Veit und Röder und witzigen Textpassagen hat das Ensemble sein schauspielerisches Können unter Beweis gestellt. Im Publikum wurde viel gelacht – und wohl auch viel mitgedacht.